Gestern Abend in den Nachrichten kam eine Meldung der Barmer GEK, die ihren Arztreport 2013 vorstellten. Ich war sehr erschüttert. Insgesamt stieg die Zahl der Diagnosen von ADHS bei Kindern und Jugendlichen bis zum 19. Lebensjahr von 2006 bis 2011 von 2,92 auf 4,14 Prozent, so die Information der Barmer GEK. Dies entspricht einem Zuwachs von 42 Prozent. Das finde ich sehr bedenklich. Aber Mediziner warnen schon seit Jahren davor, unruhigen Kindern leichtfertig diesen Stempel aufzudrücken. „Der Anstieg bei den Diagnosen sei regelrecht inflationär“, so die Aussage des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Barmer GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker.

ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen – auch geläufig als Zappelphilipp-Syndrom – ist heute eine oft gestellte Diagnose. Man hört den Begriff immer öfter auch im Bekannten- und Freundeskreis. Wenn es in der Schule schlecht läuft, dann wird häufig gesagt: „Lassen Sie Ihr Kind doch mal auf ADHS untersuchen.“ Auffällige, unkonzentrierte und besonders lebhafte Kinder passen wie es scheint schlichtweg nicht richtig in unser Bildungssystem.

Ab wann ein Kind aber als krankhaft unkonzentriert und hyperaktiv gilt, ist unter Spezialisten bis heute sehr umstritten. Aber die Praxis sieht wohl leider anders aus, wie der Arztreport zeigt. Ärzte scheinen derzeit sehr viel früher zu dieser Diagnose zu gelangen, als noch vor einigen Jahrzehnten. Ebenso beunruhigend ist die Entwicklung der Verordnungen von Ritalin (Methylphenidat). Bis heute ist noch nicht abschließend abgeklärt, welche Risiken hiermit verbunden sein können.

Über das Thema ADHS und Ritalin gibt es viel zu berichten, ich werde darauf in einem anderen Artikel etwas genauer eingehen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Bis bald und bleiben Sie gesund.

Ihre

Manuela Möckel

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