Diabetes breitet sich weltweit aus – Ist 2030 jeder zehnte Erwachsene zuckerkrank?

Am 14. November ist Welt-Diabetes-Tag. Laut den Angaben des IDF (International Diabetes Federation)wissen weltweit ungefähr 183 Mio. Menschen überhaupt nicht, dass sie krank sind. Vor allem Kinder in Europa sind stark betroffen von der Zuckerkrankheit: 116.000 leiden unter Typ-1-Diabetes, 18.000 Kinder sind 2011 neu daran erkrankt – mehr als in jeder anderen Region weltweit.

Diabetes – eine neue Volkskrankheit?

Fachleute erwarten für das Jahr 2012 weltweit ungefähr 295 Mio. Diabeteserkrankte. Diabetes scheint außer Kontrolle geraten zu sein. Vor 25 Jahren lag die Zahl der Diabeteserkrankten noch bei ca. 30 Mio. Im Jahr 2000 war die Zahl auf 150 Mio. gestiegen. Deutschland liegt mit derzeit 7,5 Mio. auf Platz 6 der internationalen Rangliste. Weltweit sind die meisten Diabetiker (ca. 85 – 95 Prozent) am Diabetes-Typ2 erkrankt, was vor allem mit falscher Ernährung und Bewegungsmangel in Zusammenhang bringen ist. Es gibt ein paar Zeichen, die darauf hinweisen, dass man an einer Diabetes leiden könnte. Die bekanntesten Anhaltspunkte dafür können beispielsweise ein erhöhter Harndrang und starker Durst sein. Daran schuld ist die im Blut in hoher Konzentration vorhandene Glukose, welche wegen des Insulinmangels nicht genutzt werden kann. Unser Körper ist gezwungen diesen Zucker auf dem schnellsten Wege loszuwerden und schwemmt ihn über den Urin aus. Dies sind die charakteristischen Anzeichen der Hyperglykämie (Überzuckerung).

Da dem Körper jetzt aber die Energie in Form von Zucker fehlt, muss er auf dieReserven zurückgreifen. Häufig kommt es zu Gewichtsverlust und körperlichen Schwächeanzeichen. Durch den Abbau von Eiweiß und Fett kann es zu Muskelkrämpfen und sogar Sehstörungen kommen. Angesichts des insgesamt verschlechterten Körperzustandes wegen des Zuckermangels kann es zu weiteren Erscheinungen wie einer Infektanfälligkeit oder schlecht heilenden Wunden kommen.

Selbst bei den Patienten, die schon mit Insulin versorgt werden, können noch Komplikationen drohen. Mehrfach sind Schädigungen der Gefäße aufgrund von Durchblutungsstörungen. Die Folgen sind bekannt. Es kann zu einem Herzinfarkt oder auch einem Schlaganfall kommen. Die außerordentliche Belastung der Nieren führt vielfach auch zu Nierenschäden, wobei es dann sogar zu einem Nierenversagen kommen kann, welches eine Dialyse dringend erforderlich macht.

Welche Diabetesformen gibt es?

Eine Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine Stoffwechselstörung welche ganz unterschiedliche Ursachen haben kann. Es gibt folgende Diabetesformen.

  • Typ 1 Diabetes: Verlust der insulinproduzierenden Zellen, Folge: Dem Körper steht nur noch wenig bis gar kein eigenes Insulin zur Verfügung. Das fehlende Hormon Insulin muss von außen zugeführt (d. h. gespritzt) werden.
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  • Typ 2 Diabetes: in der Anfangsphase produziert der Körper noch viel Insulin. Aber die Empfindlichkeit der Körperzellen auf das Hormon ist herabgesetzt; d.h. die Zellen sind insulinresistent. Das bedeutet, dass die Zellen nicht mehr richtig auf Insulin reagieren. Folge: das körpereigene Insulin reicht nicht mehr aus, um den erwünschten Effekt zu erzielen.
  • Schwangerschaftsdiabetes: die häufigste Stoffwechselerkrankung in der Schwangerschaft. Man versteht hierunter einen Diabetes, der während einer Schwangerschaft beginnt oder erstmals entdeckt wird.
  • Sonstige Diabetesformen: Ein Diabetes kann im Allgemeinen auch durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder im Rahmen anderer Krankheiten oder auch bei bestimmten erblich bedingten Störungen auftreten. Auch manche Medikamente, insbesondere Kortison, können an der Entstehung eines Diabetes beteiligt sein.

Für alle Diabetesformen gilt: Je früher ein Diabetes festgestellt wird und je besser die Behandlung ist, desto seltener und weniger schwerwiegend sind die Folgeschäden!

Diabetes in Deutschland
Infografik: Diabetes in Deutschland (Grafik: Novo Nordisk)
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Einige Fakten

  1. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich weltweit rund 3,2 Millionen Menschen an den Folgen einer Diabeteserkrankung.
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  2. Der Diabetes fordert mittlerweile genauso viele Opfer wie HIV bzw. AIDS. Alle 10 Sekunden kann ein Todesfall dem Diabetes zugeordnet werden.
  3. In Deutschland liegt die Zahl der bekannten Diabetesfälle derzeit bei etwa 7,5 Millionen Menschen.
  4. In der Gruppe der über 65-Jährigen sind bei uns schätzungsweise zwischen 16 und 23% von einer Diabeteserkrankung betroffen.
  5. Dunkelziffer bei Erwachsenen wird auf zirka 50% geschätzt. Dies würde bedeuten, dass es in Deutschland derzeit bereits weit über 10 Millionen Diabetes-Erkrankte gibt. Über die Hälfte aller Diabetiker sind über 65 Jahre alt.
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  6. Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Diabetiker in den nächsten 10 Jahren noch einmal verdoppeln wird.

Die erhebliche Zunahme der Erkrankungszahlen wird vor allem auf folgende Faktoren zurückgeführt:

  • drastische Zunahme von Übergewicht
  • zunehmender Konsum von „Junk Food“
  • immer weniger körperliche Bewegung.
  • die steigende Lebenserwartung.

Buchempfehlung:

Dieses Buch kann man nur jedem Diabetiker empfehlen. Geschrieben wurde es von dem anerkannten Experten für Diabetes und Ernährung Sven-David Müller. Er wurde für seine besonderen Leistungen um die Volksgesundheit, besonders im Bereich Ernährungsaufklärung und Diabetes, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In dem Buch zeigt er wirkungsvolle Wege auf, wie man den Blutzucker auf natürliche Weise senkt und außerdem trotzdem noch vital und genussvoll leben kann. Der Leser erfährt, wie man mit Pflanzenheilkunde, Mineralien und Vitaminen den Stoffwechsel ins Gleichgewicht bringen kann. Durchweg ein gelungenes Werk und nützlich.

Quellen: Wikipedia, Diabetes Deutschland, Deutsche Diabetes Gesellschaft

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Ihre

Manuela Möckel

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