Für so manch einen Gartenfreund unter uns ist Giersch ein Dorn im Auge und vor allem ein Unkraut, welches sich nur sehr schwer bekämpfen lässt. Es gibt viele Strategien ihn loszuwerden. Eine davon ist auch, dieses „Unkraut“ als nützlich zu betrachten, es zu pflegen und zu ernten. Denn ein Ergebnis dieser Sichtweise ist, dass die regelmäßige Ernte den Wildwuchs enorm bändigt. Wenn man den Giersch demzufolge als Wildgemüse und Heilpflanze ansieht, lernt man sehr schnell seine positiven Eigenschaften kennen.

Wie erkennt man Giersch und wie schmeckt er?

Man erkennt ihn an seinem dreieckigen Blattstiel und den gezackten Blättern. Auch hier sind besonders die jungen Triebe bestens für frische Salate geeignet. Sie schmecken nach einer Mischung aus Spinat, Möhre und Petersilie, mit einem Hauch von Sellerie.Im gegarten Zustand schmeckt Giersch wie Spinat. Daher gilt er auch als guter Ersatz für Spinat. Grundsätzlich sind die jungen Pflanzen milder und zarter im Geschmack. Diese sollten Sie vorziehen! Die älteren Pflanzen schmecken würziger, herber und zäher. Sie eignen sich eher zum Trocknen und Kochen, während die Jungpflanzen auch roh eine Delikatesse sein können.

Die Heilpflanze Giersch ist mehr als nur Unkraut

Schon alte Kräuterbücher nennen ihn auch ‚Zipperleinkraut‘. Giersch ist ein wahres Vitamin C-Wunder und wird deshalb auch gern als Vitamin C-Kraut bezeichnet. Er enthält mehr Vitamin C als Zitronen oder Rosenkohl. Auch seine Ausstattung mit Mineralstoffen wie Eisen, Kalium, Magnesium, Calcium, Zink, Kupfer, Mangan, und Kieselsäure ist überragend. Durch den hohen Gehalt an diesen Mineralien wirkt Giersch basisch. Schon die Römer kannten den Giersch und wandten ihn vor allem gegen die Gicht an. Er hat eine erstaunliche entzündungshemmende Wirkung.

Sie eignen sich als Spinat und auch als Zutat der vielbeschworenen Wildkräuter-Salat-Zubereitung. Unbedingter Bestandteil ist der Giersch auch in der bekannten Neunkräutersuppe, die traditionell am Gründonnerstag vor Ostern zum Abschluss der Fastenzeit gereicht wird. Getrocknet und zu Pulver verrieben sind die Blätter ebenso wie die etwas schärferen Samen übrigens auch ein gutes Gewürz für Suppen und Saucen und können wie Petersilie verwendet werden. Die Samen werden etwa 3mm lang und ähneln den Früchten von Dill oder Fenchel. Auch die Blüten sind essbar. Sie sind süßer als der Rest der Pflanze und können einen Salat ordentlich aufpeppen oder sie dienen der Aromatisierung von Essigen und Ölen.

Giersch-Blüte

Giersch als Heilpflanze nutzen

  • Giersch wird eine antirheumatische und harnsäurelösende Wirkung nachgesagt. Er soll aber auch leicht abführend und beruhigend sein. Wer unter Verdauungsproblemen, Rheuma oder Blasenentzündungen leidet – könnte/sollte Giersch in seinen Speiseplan aufnehmen.
  • Aus den Blättern lässt sich ein aromatischer Tee bereiten. Dieser hilft unter anderen bei Gicht, Rheuma und Arthritis. Außerdem wirkt der Tee krampflösend, blutreinigend und verdauungsanregend (Rezept finden Sie weiter unten).
  • Für Auflagen und Umschläge gegen kleine Schnitte, Abschürfungen oder gegen Gicht und Rheuma brauchen Sie frisches Gierschkraut, welches Sie gut gereinigt klein mörsern oder zerquetschen. Danach tragen Sie den Brei auf die verletzten oder erkrankten Stellen auf und geben ein Tuch darum. Diese Umschläge fördern die Wundheilung, sie sind antibakteriell und lindern die Schmerzen.
  • Wenn Sie einen Sonnenbrand haben, oder wenn Sie ein Insekt gestochen hat, dann geben Sie zerstoßene oder pürierte Blätter auf die Stellen, dies hemmt Entzündungen, außerdem kühlt es angenehm und beruhigt die Haut.
  • Badezusatz bei Hämorrhoiden: Bereiten Sie einen Tee (wie unten beschrieben) und verwenden Sie ihn als Sitzbad.

Giersch in der Küche verwenden

Am gängigsten ist es, die Blätter zu verwenden. Zuvor sollten die Stiele entfernt werden. Hier ein paar Ideen für Zubereitungen:

  • Smoothies
  • Säfte
  • Wildkräuterquark
  • Pizzabelag
  • Nudelsaucen
  • als Spinat zu Kartoffeln
  • Suppe
  • Pesto
  • Salat
  • Rührei

Rezepte

Giersch-Tee

Zutaten: 2 TL des getrockneten Krauts oder eine Hand voll des frischen Krauts auf eine Tasse

Zubereitung: Am besten verwenden Sie die jungen Blätter (getrocknet oder frisch). Mit kochendem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Trinken Sie 2 bis 3 Tassen pro Tag, um eine Wirkung zu spüren.

Giersch-Limonade

Zutaten: 1/2 Liter Apfelsaft, 1/4 Liter Mineralwasser, 1/2 Bio-Zitrone, 5 Stiele Giersch und 1 Stiel Zitronenmelisse.

Zubereitung: Zitrone waschen und in Scheiben schneiden. Die Kräuter ebenfalls waschen. Den Apfelsaft in ein Glasgefäß geben. Kräuter und Zitronenscheiben dazugeben. Mindestens 6 Stunden oder über Nacht ziehen lassen. Dann die Kräuter entfernen, mit dem Mineralwasser aufgießen und gekühlt genießen.

Giersch-Granatapfel-Smoothie

Zutaten: 100 g Giersch, 1 Granatapfel oder der frische Saft des Granatapfels (kleine Kerne aushöhlen und nicht die Schäle verzehren!), 2 Mandarinen, 1 Birne, 1 große Banane (damit der Smoothie cremig wird)

Zubereitung: Alles in den Mixer (inkl. zwei Gläser Wasser) und gut mixen.

Giersch-Brötchen

Zutaten: 500 g Mehl, 1/2 TL Salz und 1 Backpulver miteinander vermengen und 100 g Butter in Flöckchen drüberstreuen.
Zubereitung: 2 Handvoll Giersch waschen, abtropfen und in feine Streifen schneiden, in 1/4 l Buttermilch oder Milch pürieren und zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Brötchen formen, mit dem Messer einschneiden und auf einem ungefetteten Backblech im Ofen (auf 220 Grad vorgeheizt) 20-24 Minuten backen.

Giersch-Brotaufstrich

Eine kleine Handvoll möglichst junger Gierschblätter klein hacken oder pürieren. Das Ganze mit einer Packung Frischkäse oder Quark mischen, nach Bedarf mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitrone abschmecken.

Buchtipp:

Zum Trocknen sammelt man das Kraut kurz vor der Blüte und hängt die Pflanze gebündelt an einem schattigen und luftigen Ort auf. Das getrocknete Kraut in Stoff- oder Papier-Beuteln lagern.

Achtung: Wenn man beim Sammeln nicht richtig bei der Sache ist, kann es passieren, dass man den Giersch mit einer anderen Pflanze verwechselt. Der Giersch ist ein Doldenblütler und in dieser Familie gibt es giftige, ähnlich aussehende sehr giftige Doppelgänger, wie z.B. den Schierling und die Hundspetersilie. Daher sollten Wildpflanzensammler darauf achten, dass der Blattstiel im Querschnitt dreieckig ist, da es keinen giftigen Doppelgänger mit dreieckigem Blattstiel gibt.

Bleiben Sie gesund!

Ihre

Manuela Möckel

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Bildquelle Artikelbild: http://heilkraeuter.de

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Über mich

Hallo, schön dass Sie mich gefunden haben. Mein Name ist Manuela Möckel, ich bin Jahrgang 1970, Mutter von 4 tollen Kindern und ich lebe mit meiner Familie im schönen Beeskow, das liegt in der Nähe von Frankfurt/Oder in Brandenburg. Vor langer Zeit hatte ich wirklich erhebliche Probleme mit meiner Gesundheit und war auf der Suche nach Alternativen! Ich wollte weg von stark wirkenden Arzneimitteln und selbst aktiv etwas für meine Gesundheit tun. Das Thema Gesundheit und was auch immer damit zu tun hat, hat mich schon immer brennend interessiert. Darüber möchte ich erzählen und Ihnen berichten.

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