Wussten Sie, dass Obst und Gemüse mit einer besonderen „Geheimwaffe“  ausgestattet sind?

Heute möchte ich über ein anderes wichtiges Thema schreiben: die sekundären Pflanzenstoffe. Diese sekundären Pflanzenstoffe, welche Obst und Gemüse zu ihrem eigenen Schutz herstellen. Sekundäre Pflanzenstoffe kommen in Pflanzen nur in sehr geringen Mengen vor, weshalb man ihnen lange Zeit keine große Beachtung schenkte.

Noch vor einigen Jahren galten sekundäre Pflanzenstoffe als giftig. Anfang der 90er-Jahre stellte man jedoch fest, dass sie die Gesundheit fördern können. Inzwischen werden sie jedoch als wichtiger Schutzfaktor gegen das Auftreten vieler Erkrankungen angesehen. Sie werden nun, was ihre Nützlichkeit für unsere Gesundheit betrifft, auf eine Stufe mit den Vitaminen, den Mineralstoffen und den Ballaststoffen gestellt. 

Viele wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, damit sie die Abwehrkräfte verbessern, uns vor Infektionen schützen, unseren Cholesterinspiegel senken können, Gefäßverstopfungen verhindern können und noch viele andere positive Eigenschaften hat. Durch diese positiven Eigenschaften können wir mit Obst und Gemüse dem Krebs und auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Aus diesem Grunde wirbt die „5 am Tag-Kampagne“ klipp und klar für einen deutlich größeren Obst- und Gemüseverzehr, als wir Deutschen bis heute erreichen.
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So wirken die sekundären Pflanzenstoffe:

  • Krebsrisiko senkende Funktion
  • Schutz vor Pilz-, Bakterien und Virenbefall des Körpers
  • Schutz vor freien Radikalen
  • Stärkung des Immunsystems
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Sekundäre Pflanzenstoffe – Schutzengel für Pflanze und Mensch

Bislang wurden von den Forschern zirka 30.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe gefunden und davon mehr als 10.000 in Pflanzen, die wir essen können. In allen Obst- und Gemüsearten verbirgt sich eine andere Mischung dieser kleinen Helfer. Die Aufgaben der einzelnen sekundären Pflanzenstoffe sind sehr unterschiedlich. Einige sind für das Wachstum der Pflanze notwendig oder sie dienen als Farb- und Duftstoffe. Andere dagegen bewahren die Pflanzen vor Schädlingen. Auch in unserem Körper steigern diese sekundären Pflanzenstoffe den Schutz vor Erkrankungen.

Unter dem allgemeinen Begriff „sekundäre Pflanzenstoffe“ werden Substanzen sehr verschiedener Zusammensetzung gesammelt. Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrer Funktionen unterteilt man die sekundären Pflanzenstoffe in verschiedene Gruppen: Polyphenole, Carotinoide, Phytoöstrogene, Glucosinolate, Sulfide, Monoterpene, Saponine, Protease-Inhibitoren, Phytosterine und Lektine.
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Polyphenole und Flavonoide

sekundäre Pflanzenstoffe - PolyphenoleOft sind es Gerbsäuren, die Lebensmitteln (z.B. schwarzer Tee, Trauben und Wein) den herben Geschmack verleihen. Sie kommen als Farbstoffe aber auch in Kirschen, Aprikosen, Beerenfrüchten und Mispeln vor. Das Wirkungsspektrum der Polyphenole und Flavonoide ist besonders groß. Sie wirken vorbeugend gegen Herzinfarkt und schützen vor Krebs, wirken antioxidativ, entzündungshemmend und stärken unser Immunsystem. Sie sind also ein echtes Highlight in der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe.

Sogar Rotwein wird aufgrund der in ihm enthaltenen Polyphenole seit geraumer Zeit eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Bei Traubensaft vermutet man eine ähnliche Wirkung. Der Gehalt an Polyphenolen ist bei Freilandpflanzen höher als bei Pflanzen aus dem Gewächshaus. Viele Flavonoide sind hitzestabil oder entfalten ihre vollen Wirkungen erst, nachdem sie durch das Kochen aus der Zellwand herausgelöst werden. Also darf es statt des rohen Obstes auch ruhig mal der Kompott sein. Rotwein in Maßen genossen, hat wahrscheinlich gefäßschützende Wirkungen.
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Carotinoide

sekundäre Pflanzenstoffe - CarotinGeläufigster Vertreter der Carotinoide ist das ß-Carotin, das in Möhren, Aprikosen und anderem gelb-orange-farbenem Obst und Gemüse zu finden ist. Carotinoide wirken antioxidativ und anticanzerogen. Außerdem stärken sie das Immunsystem und schützen vor Herzinfarkt. Sie gelten als Schutzfaktor gegen Krebs.
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Glucosinolate

sekundäre Pflanzenstoffe - GlucosinolateGlucosinolate kommen in vielen Kohlsorten vor. Außerdem sind für den scharfen Geschmack von z.B. Senf, Meerrettich und Kresse verantwortlich. Glucosinolate beugen Infektionen vor und hemmen die Krebsentstehung. Glucosinolate sind nicht sehr hitzestabil. Zwischen 30% und 60% werden beim Kochen zerstört. Daher sollten die Gemüsesorten, die viele Glucosinolate enthalten, vorwiegend roh gegessen werden.
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Lektine

sekundäre Pflanzenstoffe - LektineLektine sind Eiweißstoffe. Sie kommen vor allem in den Samen der Pflanzen vor. Relativ große Mengen sind in Hülsenfrüchten und Getreideprodukten zu finden. Die positive Wirkung der Lektine scheint darin begründet zu liegen, dass sie den Weg durch unseren Darm unbeschadet überstehen um sich dann an der Darmwand festzusetzen. Ein bekanntes Lektin ist das Phasein aus Bohnen. Dieses ist allerdings giftig für den Menschen, da es zur Verklumpung der roten Blutkörperchen führt. Phasein wird aber beim Kochen komplett zerstört, so dass nur darauf zu achten ist, Bohnen nicht roh zu essen.
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Phytosterine

sekundäre Pflanzenstoffe - PhytosterinePhytosterine kommen in pflanzlichen Lebensmitteln (Sonnenblumenkernen, Sesamsamen und Sojabohnen) vor. Sie sind chemisch dem Cholesterin ähnlich, was auch ihre Wirkung erklären könnte. Da sie mit dem Cholesterin um die Aufnahme in den Körper konkurrieren, senken sie wahrscheinlich den Cholesterinspiegel. Auch in Hinblick auf Darmkrebs hat man positive Wirkungen bei den Phytosterinen entdeckt. Bei der Raffination der Speiseöle werden die Phytosterine weitgehend abgetötet. Daher sollten zu Salaten bevorzugt kaltgepresste Öle verwendet werden.
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Saponine

sekundäre Pflanzenstoffe - Saponine Saponine sind Bitterstoffe, die in Sojabohnen, Erbsen, Bohnen, Spinat, aber auch in Rosmarin und Salbei vorkommen. Sie stärken die Immunabwehr, senken den Cholesterinspiegel und reduzieren das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Hülsenfrüchte sind besser als ihr Ruf. Besonders im Winter sollten diese öfter auf dem Speiseplan stehen. Saponine sind zwar relativ stabil gegen Hitzeeinwirkungen, aber sie gehen in das Kochwasser über. Daher das Kochwasser nicht wegschütten, sondern z.B. für die Soßenbereitung benutzen.

Sulfide

sekundäre Pflanzenstoffe - SulfideSulfide kommen in Knoblauch, Zwiebeln und Lauch vor. Sie hemmen u.a. das Bakterienwachstum im Magen, was z.B. das Entstehen der Krebs erregenden Nitrosamine verringert. Problem: Der Knoblauch muss roh gegessen werden, weil die Sulfide sehr schnell verfliegen.

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Fazit:

Sekundäre Pflanzenstoffe haben einen erwiesenen positiven Effekt auf unsere Gesundheit. Zahlreiche Eigenschaften sind jedoch noch unentdeckt. Aus Sorge vor einem Herzinfarkt nur noch Pflanzen zu essen, die sekundäre Pflanzenstoffe enthalten bringt gesundheitlich nichts. Von Bedeutung ist viel mehr die Integrierung möglichst vieler verschiedener Gemüse- und Obstsorten der Saison in die tägliche Ernährung, denn die wichtigen Gesundheitsspender bilden sich erst am Ende der Reifezeit. Roh geerntetes und dann nachgereiftes Obst enthält nur einen Bruchteil der sekundären Pflanzenstoffe. Daher sollten die, die etwas für ihre Gesundheit tun wollen, lieber zum Markt oder direkt zum Erzeuger gehen, statt im Supermarkt das dort häufig angebotene Treibhausgemüse zu kaufen. Denn dies wird tatsächlich meist unreif geerntet.

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Viel Spaß beim Schmökern!

Na dann, bis demnächst.

Ich freue mich auf Sie.
Ihre

Manuela Möckel

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